Performance

SPIL

von und mit Berit Einemo Frøysland und Anna Einemo Frøysland

Eine Studie in Wittgensteins Sprachspielen

Durch die Philosophie Ludwig Wittgensteins, fragen wir uns: Was ist ein Sprachspiel, und wie kann es in Tanz übersetzt werden?
“Ist das Unscharfe nicht oft gerade das, was wir brauchen?”
In spielerischen Versuchen, erproben wir verschiedene Arten des Kommunizierens zwischen uns, als eineiige Zwillinge, und dem Publikum.

Tanz / Choreographie /Produktion: Berit Einemo Frøysland, Anna Einemo Frøysland
Musik: Jostein Avdem Fretland / Fivrel
Dramaturgie: Ingrid Haugen
Licht: Matias Askvik
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Fabian Goppelsröder
Outer eye: Janne-Camilla Lyster
Photos: Mariell Øyre

Eine Koproduktion von Berit und Anna Einemo Froysland, 23/7 Scene und DOCK ART Berlin
Gefördert von: Arts Council Norway, DOCK ART Berlin

Mehr Informationen zum Stück:
Was bedeutet es, zu kommunizieren? Spil ist eine Tanzperformance, eine Studie über die Sprachspiele von Ludwig Wittgenstein. Die Idee zu dieser Aufführung entstand nach einem Besuch in Wittgensteins Hütte in Skjolden in Norwegen, wo er sich mehrmals aufhielt, um eine Atmosphäre zum Nachdenken und Schreiben zu finden. In Skjolden schrieb der österreichische Philosoph einige seiner einflussreichsten Gedanken zur Sprachphilosophie nieder, die später in der Publikation Philosophische Untersuchungen zusammengefasst wurden. Wittgenstein betrachtete die Sprache als eine Praxis, als ein Konglomerat von Sprachspielen. Diese Praxis bildet die Grundlage für ein Tanzstück, ein Duett, in dem die Begegnungspunkte im Mittelpunkt stehen: Die Treffpunkte zwischen Körpern als abstrakte Gespräche, als konkretes Spiel zwischen Tanz, Musik und Licht oder als Verwischung von Grenzen und Regeln. Mit diesen Mitteln erforschen wir verschiedene Möglichkeiten der Kommunikation mit dem Publikum und zwischen uns als Zwillingsschwestern. Das Stück ist ein Versuch, Wittgensteins Philosophie in unser eigenes Medium, den Tanz, zu verlagern und so die Möglichkeiten zu erweitern, die er bietet. Befreit von der Notwendigkeit, irgendwo linear zu landen oder zu enden, wollen wir uns zwischen zahlreichen Polen hin und her bewegen. Das althochdeutsche Wort spil bezeichnet ursprünglich die Tanzbewegung an sich. In dieser Aufführung ist das Gespräch ein Spiel, und das Spiel ist der Tanz.

"Man kann sagen, dass der Begriff des Spiels ein Begriff mit unscharfen Grenzen ist. - "Aber ist ein unscharfes Konzept überhaupt ein Konzept?" - Ist ein unscharfes Foto überhaupt ein Bild von einer Person? Ist es überhaupt immer von Vorteil, ein unscharfes Bild durch ein scharfes zu ersetzen? Ist ein unscharfes Bild nicht oft genau das, was wir brauchen? "

Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen