Tanz/Musik

soundance festival berlin 2022

Internationales Festival für zeitgenössischen Tanz und Musik

soundance festival berlin 2022

Die sechste Ausgabe des Festivals für zeitgenössischen Tanz und Musik zeigt aktuelle Stücke und neue Zusammenarbeiten internationaler Berliner Künstler:innen. Neben choreografierten, komponierten Stücken finden improvisatorische Zugänge zu Tanz und Klang im Festival ihren Bühnenmoment.

An fünf Tagen zeigt das Festival im DOCK 11 ein facettenreiches Programm auf der Bühne und lädt das Publikum ein, nah dran zu sein an den aktuellen künstlerischen Werken zwischen Tanz und Musik.

Webseite: soundance-festival.de

Das soundance festival berlin 2022 ist ein Projekt von b.arts.u – berlin arts united gUG in Koproduktion mit DOCK ART.
Foto: Ramon Rodriguez

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PROGRAMM

Mi, 07. September um 19 Uhr
Hear & Now / Danced Jazztunes
Naïma Mazic / n ï m company (Konzept, Choreografie, Tanz)
Golnar Shahyar (Gitarre, Stimme, Tasteninstrument, Perkussion)

Do, 08. September um 19 Uhr (Doppelabend)
now/never
Annelie Andre (Tanz)
Meinrad Kneer (Kontrabass)

Rindenriss
Joséphine Auffray (Tanz)
Ulrike Brand (Cello)

Fr, 09. September um 19 Uhr (Doppelabend)
Trance
Akiles (Choreografie, Performance)
Calvin Lanz (Musik, Ton)

Please Cry
Megumi Eda (Konzept, Choreografie, Performance)
Reiko Yamada (Komposition, Musik)

Sa, 10. September um 19 Uhr
DISPLACED
Maria Colusi (Konzept, Choreografie)
Edgardo Rudnitzky (Komposition, Musik)

So, 11. September um 19 Uhr
Consolation
Maria Rutanen (Konzept, Co-Kreation, Tanz)
Valentina Menz (Tanz, Co-Kreation)
Gábor Hartyáni (Cello, Co-Kreation)

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Mittwoch, 7. September um 19 Uhr
Hear & Now | Danced Jazztunes
Naïma Mazić / n ï m company & Golnar Shahyar

Hear & Now | Danced Jazztunes ist eine Performance der Tänzerin und Choreographin Naïma Mazic, der Musikerin Golnar Shahyar und eines Plattenspielers basierend auf Jazztunes die von (Ehe-)Partner:innen von Jazzmusikern komponiert oder nach ihnen benannt wurden. Die Songs werden gespielt und/oder getanzt und bewegen sich zwischen Konnotationen des zutiefst Intimen und dem performativen Öffentlichen. Ein Experimentierraum für das Duo, das durch spezifische Methoden eine rhythmische, melodische sowie harmonische und emotionale Verbindung zu den einzelnen Tunes und einander herstellt. Dabei wird auch die Tänzerin eine Partnerin des Hörbaren, eine weitere kommunizierende Musikerin. Naïma und Golnar werden zum ersten Mal zusammen ein ganz eigenes bewegtes, feminines, klingendes Album spielen- zusammen mit: Naima, Nefertiti, Beatrice und weiteren.

Konzept / Choreografie / Tanz: Naïma Mazić / n ï m company
Gitarre / Stimme / Tasteninstrument / Perkussion: Golnar Shahyar

Dramaturgie: Fergus Johnson

weitere Musik von u.a.: John Coltrane, Sam Rivers, Golnar Shahyar, Carla Bley

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Donnerstag, 8. September um 19 Uhr (Doppelabend)
Rindenriss
Joséphine Auffray, Ulrike Brand

In ihrer Improvisation erforschen Joséphine Auffray und Ulrike Brand die Möglichkeiten der Ausdehnung: Zeit, Raum, Körper, Oberfläche. Risse in der Baumrinde entstehen durch eine zu starke Ausdehnung im Wachstum und werden im Prozess der Überwallung durch das sogenante Wundholz wieder geschlossen. Risse in der Haut entstehen durch starke Spannung in einem bestimmten Punkt. Überdehnung - Riss - Heilung sind demnach natürliche Prozesse. Wo entstehen Risse in der Interaktion von Klang und Bewegung? Wodurch werden sie ausgelöst? Wie wachsen sie wieder zusammen?

Tanz: Joséphine Auffray

Cello: Ulrike Brand

now/never
Annelie Andre & Meinrad Kneer

Wohin gehen wir? You never know. No? But we are here. Now. Forever? Never.
 Ein Kontrabassist und eine Tänzerin treffen sich in einem leeren Raum und spielen mit dem Potenzial dieser Begegnung. Werden Gelegenheiten ergriffen oder sind sie bereits verblasst, bevor sie sich manifestieren? now/never ist eine Exploration über die Flüchtigkeit von Klang und Bewegung und den Versuch diese durch die Beziehung zueinander greifbar zu machen. Was ist das, was bleibt, nach einem intensiven Moment des bewussten Miteinander Seins? Stetig werden physische und klangliche Impulse im Raum freigesetzt und jedes Mal stellt sich erneut die Frage nach der Reaktion darauf: jetzt oder nie? Geht man darauf ein, mit, weg? Wann fängt das Jetzt an und wann ist das Nie endgültig? Ein facettenreicher Dialog entsteht, gestaltet von momentanen, intuitiven Entscheidungen.

Tanz: Annelie Andre

Kontrabass: Meinrad Kneer

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Freitag, 9. September um 19 Uhr (Doppelabend)
Trance
Akiles & Calvin Lanz

Stimmen, die in Wellen treiben, sich verdichten und miteinander interagieren, um Vorstellungen und Bewegung zu erzeugen. Wir hören nicht mehr nur Klang, denn Klänge setzen sofort eine Stimmung, wenn diese Stimmen zu einem Bild wachsen, das aus unserer Wahrnehmung entsteht. Kleine atomare Details formen aus akustischem Input ein Bild, das direkt visuellen Output bildet. Das Bild einer "Was wäre, wenn"-Situation, in der Aktionen der Menschen erfolgreich waren, wird mit echten menschlichen Stimmen aus Revolutionen, Demonstrationen, Protesten verschiedener Weltregionen gemalt. Was wäre, wenn alles verstummen würde? Stille als imaginäre Qualität, unsere Erinnerungen abgeschnitten, so wie wir von allen Schallwellen getrennt sind und in absoluter Stille erstarren. Ist das so, oder besteht Stille aus einer anderen Stimme, die wir noch nicht hören können?

Choreografie: Akiles
Musik, Ton: Calvin Lanz
Performer: Akiles
Produktion: Sirine Malas

Please Cry
Megumi Eda & Reiko Yamada

Ich erfuhr durch ein Foto, dass meine Großmutter im Zweiten Weltkrieg als Militärkrankenschwester für Japan gearbeitet hatte. Please Cry ist inspiriert von den Geschichten der Krankenschwestern, denen erst viele Jahre später endlich gesagt wurde, dass es in Ordnung ist zu weinen, nachdem ihnen jahrelang das Gefühl gegeben wurde, dass es schändlich und unpatriotisch sei, angesichts der Schrecken des Krieges zu weinen. Die zentrale Idee ist, die inneren Wandlungen in den Köpfen von Frauen zu erforschen, die in Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, schnelle Entscheidungen treffen müssen, und dies auf abstrakte Weise durch die Kraft zeitgenössischer Körpersprache und Musik darzustellen. Please Cry entsteht zusammen mit der Komponistin und Klangkünstlerin Reiko Yamada, nach mehreren gemeinsamen Projekten seit 2019, Tanzkonzerte u.a.

Konzept / Choreografie / Tanz / Video: Megumi Eda

Komposition, Musik: Reiko Yamada

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Samstag, 10. September um 19 Uhr
Displaced/Angekommen
Maria Colusi & Edgardo Rudnitzky

Versetzt. Vertrieben. Verpflanzt. Und doch immer schon dabei, neue Wurzeln zu schlagen. Das ist die Grundambivalenz im Leben vieler Migrant*innen. In Displaced/Angekommen bringt die Tänzerin und Choreographin Maria Colusi dieses Gefühl auf die Bühne: Wie tanzen Körper am Übergang von alter zu neuer Heimat? Wie findet die migrantische Erfahrung, oszillierend zwischen Hier und Dort, Vergangenheit und Zukunft, Anspruch und Wirklichkeit – ihren körperlichen Ausdruck? Eine intime Familiengeschichte als Metapher für die inneren Konflikte einer ganzen Bevölkerungsgruppe. Getanzt, geworfen und gezeichnet auf Bühne und Papier. Displaced/Angekommen ist inspiriert von zwei Piktogrammen aus dem Bildarchiv des Kollektivs Migrantas. Die Musik und klangliche Begleitung des Tanzstücks stammt aus der Feder des argentinischen Komponisten Edgardo Rudnitzky.

Konzept / Choreographie: Maria Colusi, 
basiert auf dem Material aus dem Archiv von Migrantas

Musik, Klang: Edgardo Rudnitzky

Kostüm: Federico Polucci

Text: Geoffrey Schöning

Assistenz: Laura Schultis

Das Stück ist gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm DIS-TANZEN des Dachverband Tanz Deutschland, sowie durch das Stipendien-Sonderprogramm der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

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Sonntag, 11. September um 19 Uhr
Consolation
Maria Rutanen & Valentina Menz & Gábor Hartyáni

Consolation ist ein Werk, das durch Intimität, Sensibilität und kinästhetisches Einfühlungsvermögen erforscht, wie der Körper den anderen Körper tröstet. Es ergründet die Erfahrung einer gemeinsamen Sensibilisierung von Körpern. Die Körper wiegen, schaukeln, halten und tragen sich gegenseitig als treibende Kraft der Bewegung. Ineinander verschlungen kreisen sie umeinander. Im Trost wird der Körper zerbrechlich, erschöpft und verzaubert. Die Arbeit untersucht liebevolle Berührungen, Klagen, pulsierende Bewegungen, melancholische Melodien und die Tradition der weinenden Frauen als mögliche Wege, Trauer zu teilen.

Konzept / Co-Kreation, Tanz: Maria Rutanen
Co-Kreation / Tanz: Valentina Menz
Co-Kreation / Cello: Gábor Hartyáni