blackmilk ist der erste Teil von Tiran Willemses Trompoppies-Trilogie, benannt nach dem Afrikaans-Wort für Trommelmajoretten in Uniform.
Willemse eignet sich unterschiedliches gestisch-expressives Bewegungsmaterial an und reflektiert, wie dieses gelesen wird. Präzise Handgesten als choreografisches Element der Formationstänze von Trompoppies (Afrikaans = Trommelmajoretten in Uniform) werden mit den melodramatischen Posen weißer Starlets und Gesten verknüpft, die mit Schwarzen Rap-Stars assoziiert werden.
blackmilk greift in die Repräsentation Schwarzer Maskulinität mit den Mitteln der Performance ein und öffnet sie für eine andere Komplexität und Sensibilität, die er als „black male melancholia“ beschreibt.
Mit großartigem Sound, Theatereffekten mit frappierender Wirkung und einem Tanz, der zwischen Virtuosität und Verzweiflung schwankt, ist dieses Solo eine eindringliche und spannungsgeladene Arbeit, die Fragen nach dem Verhältnis von Kunst und Rezeption, Konventionen des Kunstgenusses und Souveränität öffnet.
*Hinweis:
Es gibt zeitweise laute Musik, aber nicht schmerzhaft laut; Bässe sind spürbar. Der Sub wird auf alle vier Lautsprecher geroutet. Stroboskop und Dunkelheit kommen zum Einsatz.
Konzept, künstlerische Leitung, Performance: Tiran Willemse
Musik: Manuel Riegler
Lichtdesign: Fudetani Ryoya, Demi Jakob, Max Windisch-Spoerk
Produktion: Kelly Tuke
Tourmanagement: Benjamin Fischer
Genre: Performance, Tanz
Sprache: wenig, Englisch
Dauer: 70 min
Eine Produktion von tiran in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE, Gessnerallee Zürich, Tanzquartier Wien und WPZimmer Antwerpen.
Residenzen:Tanzhaus Zürich, Buda Kortrijk, Les Urbaines Lausanne, Impulstanz Wien, Trauma Bar und Kino Berlin.
/
Tiran Willemse ist ein interdisziplinärer, kollaborativer Künstler, der in den Bereichen Tanz, Theater, Video und Performance mit Trajal Harrell, Jerome Bel, Ligia Lewis, Wu-Tsang (moved by the motion), Deborah Hay, Eszter Salamon, Meg Stuart und Andros Zins-Browne zusammenarbeitet. Im Mittelpunkt von Willemses künstlerischer Praxis steht die Auseinandersetzung mit Präsenz und Abwesenheit in der Darstellung von Identität; er ist bestrebt, durch eine sinnliche Erfahrung neue Sehnsüchte in der Vorstellungskraft zu wecken. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Palais de Tokyo in Paris, in der Gessnerallee, im Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne, im Museum Macro in Rom, bei Impulstanz Wien, beim Santarcangelo Festival in Italien, im Kunsthaus Baselland, im Tanzquartier Wien, im Swiss Institute in New York und im Arsenic in Lausanne präsentiert. Willemse gewann den Schweizer Performance-Preis 2023 und lebt und arbeitet in Zürich und Berlin.
/
Das Emerging Change Tanzfestival feiert die Arbeit queerer, trans, Schwarzer, indigener und BIPoC-Tanzkünstler*innen (QTBIPoC) und schafft in Berlin einen inklusiven Raum für Bewegung, Transformation und gemeinsames Feiern.
Das Festival unter der künstlerischen Leitung Nara Virgens und Makisig Akin widmet sich dem Spannungsfeld von Survival & Pleasure – Überleben und Lust. Dabei geht es um die Frage, wie wir überleben, füreinander sorgen und zugleich Räume für Freude, Lust, Begehren und gemeinsames Erleben schaffen. Ein vielfältiges Programm aus Performances, Workshops, Residenzen, Community-Dialogen und Festen bringt renommierte internationale Künstler*innen mit aufstrebenden Positionen aus Berlin zusammen.
Emerging Change versteht Tanz als Ort der Begegnung, des Widerstands, der Freude und der Veränderung. Survival & Pleasure werden dabei zu körperlichen und kollektiven Praktiken: zum Durchhalten und Weitermachen, aber auch zum Feiern, Genießen, Begehren und Zusammensein. Das Festival lädt ein, zusammenzukommen, sich auszutauschen, neue Verbindungen zu schaffen und gemeinsam Räume zu feiern.
Mehr Informationen zum Festival emergingchange.org
Das Festival findet in Kooperation mit DOCK ART Theater, Uferstudios e.V., Tanzfabrik Bühne, Tanzfabrik Schule, Karada House und der Prinzessinnengarten.