triple bill; Zeitgenössischer Tanz

b12 spring 2026: asteroids

Erna Ómarsdóttir / Lucija Romanova / Maxine Doyle

b12 spring 2026: asteroids
© Salvaro Rodriguez

Das b12 Festival ist ein lebendiger Raum für künstlerische Prozesse, mutige Experimente und internationalen Austausch in einer stetig wachsenden Community. Das Festival findet jährlich in drei Editionen in Berlin statt und bringt professionelle Tänzerinnen, Performer*innen und Choreograf*innen aus aller Welt zusammen. Im Zentrum steht die Förderung von Künstler*innen, die bereit sind, emotionale und physische Risiken einzugehen – sowohl auf der Bühne als auch im kreativen Prozess.

asteroids ist ein Performance-Projekt des b12-Festivals, das die künstlerische Forschung und die Entwicklung neuer Arbeiten in den Mittelpunkt stellt. Über drei Abende hinweg präsentieren internationale Choreograf*innen ihre aktuellen Arbeiten, die in enger Zusammenarbeit mit den b12-Teilnehmer*innen während intensiver Workshops entstanden sind. Jedes Stück wird von einem offenen Talkback begleitet.

triple bill:
A borderline electromagnetic gossip ritual // Erna Ómarsdóttir
Fan Friction // Lucija Romanova
Associate Artist Punchdrunk // Maxine Doyle

A borderline electromagnetic gossip ritual // Erna Ómarsdóttir

In diesem Performance-Projekt entsteht eine Grenzform des Musicals, die die Stimme als unmittelbare Erweiterung des tanzenden Körpers versteht. Die Stimme wird dabei nicht nur als musikalisches oder narratives Werkzeug eingesetzt, sondern als rohes, texturales und viszerales Instrument genutzt, um eine breite Palette abstrakter und konkreter Emotionen auszudrücken.

Durch die Kombination extremer körperlicher Bewegung wird der Klang der Stimme physisch verzerrt oder beeinflusst – und auch umgekehrt bestimmt der Klang die Bewegung. Im kreativen Prozess werden sowohl verbale als auch nonverbale Laute eingesetzt; poetische, tanzende Klanglandschaften gestaltet, die zwischen melodischer Harmonie und abstraktem Geräusch oszillieren.

Transformation und Metamorphose spielen eine zentrale Rolle. Mithilfe von Textilien und gefundenen Objekten werden die Grenzen des Körpers erweitert und neue Möglichkeiten der Verwandlung geschaffen. Die Manipulation unterschiedlichster Materialien, von Handtüchern, Vorhängen und Springseilen bis zu ungewöhnlichen und zufällig entdeckten Gegenständen aus der Umgebung, eröffnet neue körperliche und performative Ausdrucksformen.

Ausgangspunkt sind Materialien aus früheren Arbeiten von Erna Ómarsdóttir, aus denen sich die Recherche zu einer techno-mythologischen Meditation über Erinnerung, Obsoleszenz und Ausdauer entwickelt. Das Projekt versteht sich als Grenz-Musical, das elektromagnetischen Klatsch und den Körper zugleich als archaische Maschine und Mythos begreift. Es flirtet mit Geistern der Vergangenheit und Gegenwart und verwandelt alltägliche Dinge im rituellen Kontext in etwas Heiliges.

Fan Friction // Lucija Romanova

Diese Performance untersucht den popkulturellen Kanon und ikonisches Material durch die Perspektive von Fan Fiction. Ausgangspunkt sind Fragmente aus existierenden Geschichten, Musikstücken, Zitaten und Bildern, die nicht als starre Drehbücher, sondern als Inspirationen dienen. Der Kanon, die offizielle Erzählung sowie mögliche Abweichungen und alternative Handlungsverläufe werden als Basis genutzt, um einen Raum für Improvisation, Transformation und Neuinterpretation zu schaffen.

Typische Fan-Fiction-Elemente werden im kreativen Prozess aufgegriffen und weiterentwickelt. Die Bewegungsarbeit basiert dabei auf Improvisation, Aufgaben und Wiederholungen. Intensivierung, Reibung, Zusammenbruch und Überlaufen sind essenzielle Momente, und nichts bleibt festgelegt. Referenzen werden sichtbar, wandeln sich und verschwinden wieder. Der Verlauf des Stücks wird maßgeblich von Impulsen, Reaktionen und der Dynamik im Raum bestimmt.

Fan Friction ist ein Experimentierfeld, in dem die Erforschung und Transformation des übernommenen Materials durch den Körper im Mittelpunkt steht.

Associate Artist Punchdrunk // Maxine Doyle

Eine Tanzkreation, die sich aus der Erforschung von Zustand und seinen menschlichen, politischen und animalischen Assoziationen entwickelt. Die Choreografie entsteht in Kooperation sowie durch Improvisation und physischer Arbeit.

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Das b12 Festival wird von DOCK ART unterstützt.