Zur Eröffnung der neuen Intendanz wagt sich die Deutsche Oper Berlin an ein Projekt, das Grenzen sprengt und neue Räume öffnet: Karlheinz Stockhausens Mittwoch aus Licht ist erstmals als szenische Opernproduktion im deutschsprachigen Raum zu erleben. Nicht weniger als ein kosmisches Welttheater um Mann und Frau, Gut und Böse, Geburt und Tod entwirft der Klangvisionär Stockhausen in seinem monumentalen Zyklus LICHT. Die sieben Tage der Woche. Während in anderen Teilen des Zyklus der Kampf miteinander streitender Kräfte im Zentrum steht, deren Polarität unser Leben jeden Tag aufs Neue bestimmt, wird im Mittwoch die Utopie der Liebe und der spirituellen Verbindung im Geiste der Musik zelebriert – und der Glaube daran, dass Gemeinschaft und Solidarität möglich sind. Kompromisslos war Stockhausen auf der Suche nach einer neuen Art von Musik; er gilt als einer der innovativsten, aber auch streitbarsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Der Pionier der elektronischen Musik hat auch die Popmusik bis hin zu Kraftwerk und Björk über alle Genregrenzen hinweg inspiriert. Spektakuläres Herzstück des Mittwoch aus Licht ist das Helikopter-Streichquartett. Hier erweitert Stockhausen den musikalischen Raum über den Theaterraum hinaus: Die Mitglieder eines Streichquartetts sitzen in vier hoch über dem Publikum kreisenden Hubschraubern. Die Streicherklänge mischen sich mit den Geräuschen der Rotorenblätter und werden aus luftigen Höhen in den Zuschauerraum geschickt. Für unsere Produktion wird das Quartett als einmaliges Event live für die ganze Stadt aufgeführt; die filmische Aufzeichnung des Quartetts wird Teil der Inszenierung. Das mehrfach ausgezeichnete Künstlerduo Susanne Kennedy und Markus Selg, das im Musiktheater mit Einstein on the Beach am Theater Basel sowie mit Parsifal an der Oper Antwerpen Aufsehen erregte, wird Mittwoch aus Licht in seiner ersten Opernproduktion in Berlin zu einem immersiven Ritual verdichten. Maxime Pascal, mit Beginn der neuen Intendanz Principal Guest Conductor, ist ein Kenner und leidenschaftlicher Anwalt der Musik Stockhausens und hat bis auf den Mittwoch bereits alle Teile des LICHT-Zyklus zur Aufführung gebracht.
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Team:
Musikalische Leitung
Maxime Pascal
Regie
Susanne Kennedy
Bühnenbild
Markus Selg
Konzeption
Markus Selg
Susanne Kennedy
Kostüme
Andra Dumitrascu
Licht
Marcel Weber/MFO
Klangprojektion
Florent Derex
Klangprojektion Assistenz
Nicolas Widmer
Computer Music Designer
Augustin Muller
Video
Warja Rybakova (DOCKdigital)
Markus Selg
Dramaturgie
Beate Breidenbach
Dirigent «Weltparlament»
Jeremy Bines
Info
Oper in einem Gruß, vier Szenen und einem Abschied für 9 Solisten (Flöte, Bassetthorn, Trompete, Posaune, Streichquartett, Bass mit Kurzwellenempfänger), Chor mit singendem Chorleiter, Orchester (13 Instrumentalisten-Schauspieler), einem Synthesizer-Spieler, 2 Tänzer-Pantomimen, elektronischer Musik (Tonband), Tonprojektion.
Musik und Text von Karlheinz Stockhausen
Struktur
Mittwochs-Gruß
Erste Szene: Weltparlament
Zweite Szene: Orchester-Finalisten
Dritte Szene: Helikopter-Streichquartett
Vierte Szene: Michaelion
Mittwochs-Abschied
Aufträge
Welt-Parlament: SWR Stuttgart
Orchester-Finalisten: Jan van Vlijmen, Holland Festival
Helikopter-Streichquartett: Hans Landesmann, Salzburger Festspiele
Michaelion: Udo Zimmermann, Bayerischer Rundfunk
Komposition: 1995–1997
Uraufführung am 23. und 30. Oktober 2003 im Radio des SWR2
Szenische Uraufführung in voller Länge am 22. August 2012 bei Argyle Works im Rahmen des London 2012 Festival durch die Birmingham Opera Company unter der musikalischen Leitung von Kathinka Pasveer.
Verlag: Stockhausen Verlag.
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 19. September 2026
Koproduktion
Mit großzügiger Unterstützung der Lotto Stiftung Berlin und des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin. Mit besonderer Unterstützung des «Ensemble Le Balcon» durch France Majoie Lelous und Brigitte Lescure. Eine Koproduktion mit der Philharmonie de Paris. In Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin. Präsentiert von TAZ und WALL.